Wie komme ich an Fotos für (m)eine Webseite?

Ob Kinder- oder Erwachsenenwebseite, Fotos bereichern. Sie machen die Seite lebendiger, lockern Texte auf, sprechen an und wecken Emotionen. Aber wie kommt man an Bilder für eine Webseite und was muss man beachten? Im Laufe der Jahre habe ich dazu einige Erfahrungen gesammelt…

Für eine Webseite, die sich an Eltern wendet, wollte ich gerne Fotos mit Kindern verwenden. Im Budget waren Bilder allerdings nicht eingeplant. Sollte ich also einfach selber ein paar Fotos schießen? Und wenn ja, mit welchen Kindern? Die günstigste und unkomplizierteste Lösung schien mir Bilder meiner eigenen Kinder zu sein. So gäbe es auch garantiert kein Problem mit den Rechten. Aber möchte ich Fotos meiner eigenen Kinder im Internet? Ehrlich gesagt: Nein! Sollte ich die Mädchen und Jungen aus unserem Freundeskreis ablichten? Nein, wenn ich Fotos meiner eigenen Kinder nicht im Web finden möchte, sollte ich meinen Freundeskreis auch außen vor lassen. Sollte ich Eltern ansprechen, mit denen ich nicht in einer persönlichen Beziehung stehe? Dieses Prozedere hätte ich gut vertreten können und vielleicht wäre auch eine Aufwandsentschädigung möglich gewesen. Aus meiner Zeit beim WDR weiß ich, dass es auch Eltern gibt, die ihre Kinder gerne in den Medien sehen und Aktionen dieser Art unterstützen. Es kam allerdings anders: Der Auftraggeber erwarb doch noch Fotolizenzen über eine Agentur. So waren die Urheber- und Nutzungsrechte geklärt, die mögliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten vom Tisch und ich konnte ruhigen Gewissens Motivwünsche erstellen und auswählen.

 

Screenshot pixelio.deAber nicht nur Fotos von Personen können einen in die Bredouille bringen. Auch mit meinen Bilderwünschen von Gebäuden lernte ich, vorsichtiger zu sein. Einen Artikel über das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude wollte ich mit einem Foto über den verhüllten Reichstag in Berlin abrunden. Zuerst suchte ich im Portal einer kommerziellen Bildagentur und wurde nicht so richtig fündig. Es gab nur Fotos mit Ausschnitten und Modellen, aber kein komplettes Bild der Aktion. Ich war verwundert. Dann suchte ich über eine Online-Datenbank weiter. Dort gab es zwar über 350 Treffer zum Reichstag und auch Treffer zu vielen entlegenen Orten überall auf der Erdkugel, aber keinen verhüllten Reichstag. Jetzt war mein Ehrgeiz geweckt! Ich fragte Berliner Kolleginnen und Kollegen an und suchte parallel über Google Fotos. Und siehe da, im Internet gab es doch Bilder von der Verhüllungsaktion. Ich schrieb einen Fotografen an, ob ich sein Foto mit Namensnennung und allen nötigen Angaben verwenden dürfte und bekam auch die Erlaubnis dazu. Zwischenzeitlich waren auch die Berliner Kolleginnen und Kollegen nicht tatenlos. Aber ihre Recherche führte mich in eine ganz andere Richtung: Die Kunstaktion „Verhüllter Reichstag“ ist urheberrechtlich geschützt! Die sogenannte Panoramafreiheit gilt hier nicht. Ich habe also den Fotografen, dessen Nutzungsrechte ich hätte haben können, informiert, die Fotos der kommerziellen Agentur verwendet und bin für zukünftige Fotosuchen sensibilisiert.

 

Übrigens: Auch der Seitenstark e.V. hat schon sein Lehrgeld gezahlt. Darüber berichte ich in diesem Blog-Beitrag.

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