Werbung auf Kinderseiten- Ja? Nein?

Im Rahmen der Seitenstark Fachtagung "Online Werbung – Wege zu einer Werbegemeinschaft" am 21.Februar 2014 wurde das Thema Werbung auf Kinderseiten lebhaft diskutiert. Seitens der Teilnehmenden wurden viele Fragen aufgeworfen. Zwei wesentliche Fragen könnten und sollten meiner Meinung nach vorrangig erörtert werden:

1. Wie wichtig ist den Kinderseiten der Arbeitsgemeinschaft Seitenstark das Kriterium "Seitenstark-Kinderseiten sollen prinzipiell werbefrei sein"?

2. Welche Werbung könnte als "Kindgerechte Werbung" akzeptabel sein? Oder andersherum: Falls Werbung eingebunden würde, welches wären Ausschlusskriterien? Sollten Kinder nach der Mail-Adresse der Eltern befragt werden dürfen? Darf das Kind nach den Namen und den Mail-Adressen seiner Freunde befragt werden? Darf das Kind benutzt werden, um Werbung weiter zu verbreiten? Auf diese Fragen würde LegaKids mit einem klaren Nein antworten. Aber wäre das innerhalb der Seitenstark-Seiten schon Konsens?

Muss es innerhalb der Seitenstark-Seiten einen Konsens geben? Bedeutet die Aufgabe des Familienministeriums an Seitenstark, eine "Werbegemeinschaft zu gründen", automatisch, dass für Werbung "grünes Licht" gegeben wird?

Sicher ist es wichtig, bei einer positiven Entscheidung über die rechtlichen Fragen und über formale Fragen zu sprechen. Zunächst allerdings sollten wir über die eingangs gestellten Fragen einig sein oder werden: Alleinstellungsmerkmal "Keine Werbung auf Kinderseiten" und "Was ist kindgerecht?"

Gerne füge ich noch an, dass LegaKids diese Grundsatzentscheidungen zum Anlass genommen hat, seine Nutzer/innen um ein Stimmungsbild zu befragen – und zwar (getrennt) sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder. Die Zwischenergebnisse können jeweils auf den Startseiten für Erwachsenen- bzw. Kinderbereich bei www.LegaKids.net eingesehen werden.

 

Kommentare

01

Werbung auf Kinderseiten

Meine Meinung: Werbung als Finanzierungsmittel sollte ein Tabu sein. Denn sie ist unter Umständen nicht nur gefährlich für das Kind, sondern macht auch die Seitenbetreiber leicht "bestechlich", alle pädagogischen Vorsätze über den Haufen zu werfen. Zudem "lohnt" sich Werbung ja auch nur für Angebote mit sehr hohen Zugriffszahlen. Der Nutzen steht also nur selten in einem gesunden Verhältnis zum "Schaden".
Den Einsatz von "geprüfter" und sehr gut begleiteter Werbung auf Kinderseiten halte ich dagegen für eine gute Idee. Wo sonst sollen Kinder lernen, die Tricks der Werbung kennenzulernen und richtig einzuordnen? Voraussetzung ist jedoch a) ein sehr gut durchdachtes Konzept, wie und wo die Werbung präsentiert und auf welche Weise sie gut erklärt wird, und b) die Auswahl geeigneter Werbung. Dafür müssten evtl. besondere Kriterien aufgestellt werden. Aber ob die Werbewirtschaft dann noch mitmacht?

02

nicht ganz verständlich...

"Sollten Kinder nach der Mail-Adresse der Eltern befragt werden dürfen? Darf das Kind nach den Namen und den Mail-Adressen seiner Freunde befragt werden?"
Welcher Werbebanner fragt denn nach einer Mail-Adresse? Oder soll das allgemein für die Seite gelten, die die Werbung schaltet? Oder für die verlinkte "Zielseite" der Werbung? Oder soll das nur für Gewinnspiele gelten? Und - falls ja - was ist mit Gewinnspielen mit der der Seitenanbieter keine Werbeeinnahmen erzielt?

"Darf das Kind benutzt werden, um Werbung weiter zu verbreiten?"
Wie soll man das ggf. verhindern? Die Werbung bewusst langweilig und öde gestaltet, damit kein Kind seinen Freunden darüber berichten mag?

In diesem Feld Kriterien zu finden, die praktikabel sind wird eine große Herausforderung - es sei denn man ist sich darüber einig, dass man eigentlich keine Werbung schalten will.

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