„Vielleicht könnte das Werbung sein …“ - Hans Bredow Institut stellt Forschungsergebnisse vor

Am Montag hat das Hans Bredow Institut in Berlin die Ergebnisse seines Forschungsprojekts zum Thema Kinder und Online-Werbung vorgestellt. Da ja auch verschiedene Kinderseiten seit nunmehr einem Jahr im „Arbeitskreis Werbung“ über dieses Thema diskutieren, war diese Präsentation natürlich besonders interessant. Der schöne Titel „Vielleicht könnte das Werbung sein …“ verrät schon einiges von den Ergebnissen. Ganz sicher sind sich Kinder nicht, wenn sie Werbung auf Webseiten erkennen sollen. Oft werden auch redaktionelle Inhalte (wie Filmtipps oder Sponsorenlogos) für Werbung gehalten!

Studie "Kinder und Onlinewerbung", LfM Schriftenreihe MedienforschungAber fangen wir vorne an. Zunächst wurde nämlich der Rahmen abgesteckt, in dem die Studie im Auftrag der LfM und des BMFSFJ entstanden ist. Die Medienwelt hat sich verändert, und die mobilen Endgeräte und neuen Dienste erzeugen großen Orientierungs- und Handlungsbedarf: bei der Politik und den Regulierungsorganen, bei Eltern – und natürlich auch bei Kindern. Das Hans Bredow Institut will mit der Studie deshalb einen gesellschaftlichen Diskurs anregen. Müssen Kinder vor Werbung geschützt werden? Welche Art von Werbung finden wir für Kinder akzeptabel? Können Kinder lernen, mit Werbung kompetent umzugehen?

Mehr als 600 Kinder wurden in einer repräsentativen Erhebung befragt, mit hundert Kindern wurden qualitative Befragungen durchgeführt. Einige Ergebnisse in aller Kürze: Viele Kinder wissen, dass Werbung sie zum Kauf anregen will. 40 Prozent finden Online-Werbung störend, wenn sie dadurch länger auf ein Spiel oder ein Video warten müssen und ärgern sich besonders über langweilige Werbung, die nicht an sie adressiert ist (Versicherungen, Flirtportale o.ä.). Knapp ein Viertel aller befragten Kinder findet Werbung gut, wenn es sich um Produkte aus ihrem eigenen Interessensbereich handelt.

Werbung wird von Kindern übrigens an ganz verschiedenen Merkmalen erkannt. Natürlich an der Kennzeichnung, aber auch daran, dass die Produkte bereits aus anderen Medien bekannt sind (crossmedial), dass sich die Werbung in der Gestaltung vom Content unterscheidet, dass sie immer an derselben Stelle steht, oben rechts geschlossen werden kann – oder weil ganz einfach Preisangaben in der Anzeige vorkommen.

Aus den Ergebnissen hat das Hans Bredow Institut Problemkreise benannt, über die in Zukunft weiter diskutiert werden sollte, zum Beispiel: Wie muss Werbung aussehen, damit Kinder sie sicher erkennen und autonom handeln können? Welche Werbeinhalte und Werbeformen wollen wir für Kinder akzeptieren?

Die nächste Gelegenheit, diese Fragen in Ruhe zu diskutieren – auch im Beisein von Mitgliedern des Hans Bredow Instituts – besteht am 27. November beim 2. Offenen Fachtag Online-Werbung, den Seitenstark e.V. ausrichtet. Dort werden die Vorschläge des oben bereits erwähnten Arbeitskreises zur Diskussion gestellt und sicher auch mit den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen abgeglichen. Also, liebe Kinderseitenmacherinnen und –macher, ergreift die Gelegenheit und beteiligt euch am gesellschaftlichen Diskurs! Die Anmeldung ist noch möglich.

P.S. Vielleicht könnte das Werbung gewesen sein …? ;-)

Hier geht es zur Zusammenfassung der Studie!

Hier geht es zur Einladung zum Fachtag "„Ein Werbeverbund für Kinderseiten  - Konzept, Potential, Nutzen“,  27. November 2014 in München

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