Seitenstark-Fachtag: Online Werbung auf Kinderseiten

Seitenstark macht Werbung? Ausgerechnet Seitenstark, diese verschworene Gemeinschaft, die bisher jede Kinderseite mit Werbebannern äußerst kritisch begutachtet und eventuell gar nicht erst aufgenommen hat?

Die Verwirrung war bei vielen groß, als die Einladung zum 1. Seitenstark-Fachtag ins Haus flatterte. Um es gleich klarzustellen: Nein, Seitenstark macht keine Werbung, weder das Netzwerk aus 60 Kinderseiten noch der Verein, der dieses Netzwerk (unter)stützt. Und ja: Seitenstark e.V. initiiert, organisiert und konzipiert im Auftrag des BMSFFJ einen Zusammenschluss von Kinderseiten, die gemeinsam versuchen wollen, sich zumindest teilweise über Werbung zu finanzieren. Willkommen sind alle Kinderseiten, die Interesse daran haben, sich konstruktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Beweggründe und Intention des Seitenstark e.V., hier dem Wunsch des Bundesfamilienministeriums nachzukommen, erklärte Helga Kleinen, Vorstandsvorsitzende des Seitenstark e.V. dann auch zur Begrüßung beim Fachtag.

Am 21. Februar 2014 trafen sich also in Berlin 60 Menschen, die dieses Thema spannend fanden. Ziel war es, alle auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen und eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich in den kommenden Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigen wird. Im Mittelpunkt standen (und stehen) die zentralen Fragen: Kann man über Werbung die eigene Kinderseite (zumindest teilweise) finanzieren, wenn man sich gemeinsam vermarktet und damit mehr Klicks anzubieten hat? Wie könnte das gelingen? Und: Wie muss Werbung aussehen, die wir auf unseren Seiten akzeptieren können? Können wir als Gemeinschaft auf Kampagnen Einfluss nehmen, neue Werbeformen anregen, neue Werbekunden finden, das Werbeverständnis von Kindern fördern?

Das klingt nach der Quadratur des Kreises? Ja. Nicht mehr und nicht weniger.

Rechtliche und medienpädagogische Grenzen, Zwischenergebnisse der Studie des Hans-Bredow-Instituts, Informationen über die Zusammenarbeit einer Agentur mit Werbeplatz-Anbietern, Affiliate Werbung, Erfahrungsberichte von Kinderseitenbetreibern mit Werbung kamen beim Fachtag zur Sprache. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, ihre kritischen Anregungen, guten Vorschläge und persönlichen Bedenken vorzutragen.

Nun wird sich die auf dem Fachtag gegründete Arbeitsgruppe daran machen, all diese Punkte zu diskutieren. Kritische Begleitung dieses Prozesses ist erwünscht!

 

Kommentare

01

Bitte ein Beispiel

Kann Seitenstark bitte ein Beispiel für eine Kinderseite nennen, die nach den bisherigen Seitenstark Kriterien kindgerecht Werbung eingebunden hat?
Dann würde mich auch interessieren, aus welchen Personen sich die Arbeitsgruppe zusammensetzt und wie die Arbeitsgruppe Werbegemeinschaft mit den Seitenstark Seiten kommunizieren wird. Dann wäre die gewünschte kritische Begleitung des Prozesses möglich.
Viele Grüße
Michael Kortländer

02

Klare Trennung von Inhalt und Werbung

Hallo! Bisher hat Seitenstark im eigenen Kriterienkatalog "nur" festgelegt, dass Werbung und Inhalt klar voneinander abgegrenzt sein müssen. Als Prämisse dafür, dass Kinder zwischen Werbung und Inhalt unterscheiden können. Maßstab sind immer die Kinder, die mit viel Transparenz und Fairness zu behandeln sind. Wir sollten diese Abgrenzung aber unbedingt noch genauer definieren und tatsächlich mit konkreten Beispielen anschaulicher machen, da würde ich zustimmen. Reicht ein einfaches kleines "Anzeige" über einem Banner? Darf der Inhalt von Werbung dem Inhalt ähnlich sein? Da hätte ich zum Beispiel so meine Zweifel. Oder?

03

Kindgerechte Werbung?

In jedem Falle würde mich auch die Frage interessieren, was ist kindgerechte Werbung? Jetzt mal nicht aus der Sicht des marketinggeschulten Werbers, sondern seitens der Konsumenten, also der Kinder, Eltern, Lehrer etc. Ist Damenhandtaschenwerbung und Werbung für Gebrauchtwagenportale, auf deren "willkürliches" Erscheinen man als Kinderseiten-Publisher keinen Einfluss hat, "kindgerecht"? Auch wenn das Ganze als "Anzeige" deklariert und vom Inhalt klar getrennt ist? Und zunächst der explizite Satz "Kauf mich" fehlt?

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