KIM-Studie 2014 – Aktuelle Ergebnisse zur Mediennutzung 6- bis 13-Jähriger

Die KIM-Studie (Kinder + Medien, Computer + Internet) wird seit 1999 alle zwei Jahre vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführt. Die aktuelle KIM-Studie 2014 wurde im Frühjahr 2015 der Öffentlichkeit präsentiert.

Für das Seitenstark-Projekt "Wir machen Kinderseiten" haben wir Kernergebnisse zum Thema Medienbesitz, Mediennutzung in der Freizeit, Fernsehen, Computer- und Internetnutzung sowie zum Thema Smartphone zusammengestellt.

Medienbesitz

Die Ergebnisse der KIM-Studie 2014 zeigen, dass in den Haushalten, in denen Sechs- bis 13-Jährige aufwachsen, ein sehr breites Medienrepertoire zur Verfügung steht. Die Kinder selbst verfügen in diesem Alter über eine relativ überschaubare Anzahl an Mediengeräten: CD-Player, die jedes zweite Kind zwischen sechs und 13 Jahren besitzt, sind am weitesten verbreitet. Auch Spielkonsolen, MP3-Player sowie ein Mobiltelefon hat etwa die Hälfte der Mädchen und Jungen im Eigenbesitz. Gut ein Drittel der Kinder hat einen eigenen Fernseher im Zimmer, über einen Computer oder Laptop verfügt hingegen nur jeder Fünfte. Ein eigenes Smartphone besitzt mittlerweile ein Viertel der Sechs- bis 13-Jährigen.

Freizeit und Medien

An erster Stelle der Tätigkeiten, die mindestens einmal pro Woche von allen Kindern ausgeübt werden, stehen Hausaufgaben und Lernen. Direkt danach kommt das Fernsehen, das nach wie vor eine sehr hohe Relevanz im Alltag der Mädchen und Jungen hat: 97 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen sehen mindestens wöchentlich fern (79 % täglich). Für gut neun von zehn Kindern stehen mindestens wöchentlich Treffen mit Freunden oder Spielen drinnen (91 %) oder draußen (90%) auf dem Programm. Knapp vier von fünf Kindern hören regelmäßig Musik und drei Viertel unternehmen mindestens einmal in der Woche etwas mit ihren Eltern oder anderen Familienmitgliedern. 68 Prozent treiben mindestens einmal pro Woche in ihrer Freizeit Sport. An Computer, Konsole oder online spielen 62 Prozent der Kinder regelmäßig. Gut jedes zweite Kind hört regelmäßig Radio, nutzt das Internet und liest in einem Buch.        

Fernsehen

Das Fernsehen hat in der Altersgruppe der Sechs- bis 13-Jährigen die größte mediale Bindungskraft, 61 Prozent der Kinder könnten am wenigsten auf das Fernsehen verzichten. Knapp vier Fünftel sehen jeden Tag fern, weitere 18 Prozent ein- oder mehrmals pro Woche. Fernsehen ist für die Sechs- bis 13-Jährigen eine Tätigkeit mit hoher Alltäglichkeit und hat viel mit Gewohnheit zu tun: Jeweils die Hälfte der Kinder gibt an, den Fernseher einzuschalten wenn eine bestimmte Sendung kommt, die andere Hälfte schaltet einfach so ein und lässt sich vom Angebot „überraschen“. Der beliebteste Fernsehsender der Kinder ist der „KiKA“ gefolgt von „Super RTL“.

Computer und Internet

Unabhängig vom persönlichen Besitz oder der Haushaltsausstattung nutzen drei Viertel der Kinder zumindest selten einen Computer oder Laptop. Gut ein Drittel der Computernutzer beschäftigt sich dann jeden oder fast jeden Tag mit einem Computer oder Laptop, knapp die Hälfte ein- bis mehrmals pro Woche. Der Einsatz von Computern im schulischen Kontext findet noch immer sehr punktuell und weniger fachübergreifend statt, nur 30 Prozent aller Kinder nutzen im Schulunterricht zumindest selten einen PC.

Mit 98 Prozent haben praktisch alle Kinder heute die Möglichkeit, zuhause das Internet zu nutzen. 63 Prozent sind dann auch zumindest selten online. Der Anteil der Internet-Nutzer fällt bei Mädchen (60 %) etwas geringer aus als bei Jungen (66 %). Hinsichtlich der Zugangsgeräte liegen Computer und Laptop bei Kindern an erster Stelle, aber auch Handy bzw. Smartphone spielen bereits eine Rolle. Spielkonsolen oder Tablet-PCs werden von Kindern hingegen kaum zum Surfen im Netz genutzt. Das Recherchieren liegt bei Kindern an der Spitze regelmäßiger Online-Aktivitäten. 71 Prozent suchen mindestens einmal pro Woche in Suchmaschinen nach Informationen. 55 Prozent sehen sich online regelmäßig Filme und Videos an und jedes zweite Kind nutzt mindestens wöchentlich spezielle Kinder-Seiten. Mit den Angeboten eines Sozialen Netzwerks haben 53 Prozent der Internet-Nutzer zumindest selten Kontakt, 48 Prozent nutzen Communities einmal pro Woche oder häufiger. Mit für sie problematischen Inhalten wurden 14 Prozent der Internetnutzer schon einmal konfrontiert.

Handy und Smartphone

Das Handy oder Smartphone erreicht für die meisten Kinder erst im Alter von etwa zehn Jahren Relevanz, bei Jüngeren ist ein eigenes Mobiltelefon immer noch eher die Ausnahme. 24 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen besitzen ein konventionelles Mobiltelefon, 25 Prozent haben mittlerweile ein eigenes Smartphone (2012: 7 %). 41 Prozent der sechs- bis 13-jährigen Handybesitzer haben mittlerweile die Messenger-App „WhatsApp“ auf ihrem Handy installiert. Das Handy wird am häufigsten zur Kommunikation mit den Eltern genutzt, Telefonieren und Nachrichten-Senden generell sind die zentralen Funktionen, die Kinder am häufigsten nutzen. 46 Prozent spielen regelmäßig auf dem Handy, zwei Fünftel gehen mit dem Mobiltelefon zumindest einmal pro Woche ins Internet.

Nutzungsdauer

Die Angaben der Haupterzieher zur Mediennutzungszeit der Kinder zeigen erneut die Dominanz des Fernsehens: Kinder sehen an einem durchschnittlichen Tag 93 Minuten fern, nutzen 36 Minuten das Internet, spielen 33 Minuten an Computer, Konsole oder Internet, hören 29 Minuten Radio, lesen 23 Minuten in einem Buch, spielen 14 Minuten am Handy oder Smartphone und vier Minuten am Tablet-PC.

Cover KIM Studie 2014

Weitere Themen der KIM-Studie sind Computer-, Konsolen- und Onlinespiele, Tablet-PCs, Bücher und Lesen, Radionutzung sowie Absprachen und Regeln zum Medienumgang innerhalb der Familie.

Die KIM-Studie 2014 steht unter www.mpfs.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.

 

 

KIM-Studie (Kinder + Medien, Computer + Internet)

Die Studienreihe KIM blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit 1999 werden im Rahmen einer repräsentativen Befragung alle zwei Jahre rund 1.200 Kinder und deren Haupterzieher zu ihrem Me­diennutzungsverhalten persönlich befragt. Themenschwerpunkte der KIM-Studie sind: Themeninteressen der Kinder, Medienbesitz, Freizeitaktivitäten und Medienbeschäftigung, Medienbindung, Vorbilder und Idole, Fernsehen und Radionutzung, Bücher und Lesen, Nutzung von digitalen Spielen, Computer und Schule, Internettätigkeiten sowie Mediennutzung in der Familie. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) als Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg  (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) führt die KIM-Studie gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) durch.

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