Seitenstark-Chat - ein vorab-moderierter und pädagogisch betreuter Chat für Kinder

Haupt-Reiter

Der Medienpädagogik e.V. bietet in Kooperation mit der Universität Leipzig sowie „Seitenstark“, der Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten, seit 2004 den ersten vollständig vorab-moderierten und pädagogisch betreuten Chat für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren an. Die Hauptnutzergruppe des Seitenstark-Chats sind dabei derzeit Kinder zwischen 10 und 13 Jahren.

Der Chat besteht seit dem 16.06.2004 und konnte sein Angebot kontinuierlich erweitern und verbessern. Durch seine spezielle Form der Moderation und (medien)pädagogischen Betreuung leistet er einerseits einen wesentlichen Beitrag zum (medien)erzieherischen Kinder- und Jugendschutz, andererseits zur Förderung von Medienkompetenz.

Der Seitenstark-Chat hat Montag bis Freitag täglich zwischen 15:00 und 20:00 Uhr und samstags von 14:00 bis 16:30 Uhr geöffnet. Komplettiert wird das Angebot durch eine eigene Internetseite (www.seitenstark.de/chat), auf der Kindern und Heranwachsenden Wissen rund um das Thema Chatten kindgerecht vermittelt wird. Hier werden die Kinder zudem animiert, die Seite in Form von Lexikoneinträgen, Malwettbewerben, Gedichteinsendungen usw. aktiv mitzugestalten. Seit Sommer 2012 gibt es darüber hinaus ein vorab-moderiertes Gästebuch.

Unter http://seitenstarkchat-eltern-lehrer.jimdo.com/ findet sich zudem ein Bereich speziell für Eltern und PädagogInnen.

 

Registrierung und Teilnehmerbegrenzung

Die Registrierung im Seitenstark-Chat verläuft sehr einfach: Der/die ChatterIn gelangt zunächst auf die Login-Seite. Hier erfolgt die einmalige Registrierung, für die nur ein Spitzname (Nickname) und ein Passwort, welches zweimal eingegeben werden muss, notwendig sind. Sobald sich ein Kind registriert, wird der gewählte Nickname durch den/die freigebende ModeratorIn geprüft und bei Einhaltung der Regeln freigeschaltet. Es werden explizit weder persönliche Daten wie Alter, Geschlecht, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer von den Kindern abgefragt. Folglich werden auch keine persönlichen Daten gespeichert o.ä. Auf die Einhaltung dieser „Richtlinien“ wird großen Wert gelegt, da der Schutz der Kinder im Mittelpunkt steht.

Der Chat ist auf 50 TeilnehmerInnen begrenzt, so dass sich zu einem Zeitpunkt maximal 50 Kinder im Chatraum aufhalten können. Die Teilnehmerbegrenzung wurde mit Rücksicht auf noch unerfahrene Heranwachsende gewählt, da diese genügend Zeit benötigen, um dem Chat-Verlauf folgen und eigene Beiträge verfassen zu können. Zudem soll ein optimales Betreuungsverhältnis der jungen ChatterInnen und ModeratorInnen gewährleistet werden.

 

Thematische Chats

Neben den „regulären“ wöchentlichen Chat-Terminen finden in eigens dafür eingerichteten Chat-Räumen parallel zum regulären Seitenstark-Chat verschiedene thematische Chats für jeweils ein bis zwei Stunden statt. Diese finden unter anderem in Kooperation, enger Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung durch externe gesellschaftliche Einrichtungen wie Vereine, anderen Kinderinternetseiten oder beispielsweise der Bundeszentrale für politische Bildung statt.  Den Kindern steht in den Themenchats beispielsweise ein kompetenter/eine kompetente AnsprechpartnerIn zur Verfügung, dem/der sie spezifische Fragen zu den jeweiligen Themen stellen können. Durch die Anonymität im Chat entsteht darüber hinaus eine besondere Kommunikationssituation, die den Kindern die Möglichkeit gibt, auch ungewöhnliche oder „peinliche“ Fragen zu stellen.

 

Vernetzungsangebot

Dass es sich beim Seitenstark-Chat nicht nur um ein alleinstehendes Projekt sondern um ein Vernetzungsangebot handelt, stellt eine weitere Besonderheit dar. Von ca. 20 beteiligten Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft „Seitenstark“, wie www.sowieso.de (Kindernachrichten), www.hanisauland.de (Kinderinternetseite der Bundeszentrale für politische Bildung), www.blinde-kuh.de (Suchmaschine für Kinder), www.jolinchen.de (Kinderinternetangebot der AOK) u.v.m. gelangen die Kinder aufgrund eines gemeinsamen Chat-Scripts in den vorab- und vollständig moderierten „Gemeinschaftschat“. Dabei verlinken nicht nur Seitenstark-Mitglieder auf den Seitenstark-Chat. Auch Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), wie www.meine-startseite.de  oder die Internetseite von „SCHAU HIN!“[1], haben den Chat bereits in ihr Angebot eingebunden.

 

Auszeichnungen

Der Seitenstark-Chat hat zahlreiche Auszeichnungen für das moderierte und damit sichere Chatten für Kinder und Jugendliche erhalten. In der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“[2] wird er seit seinem Bestehen mit der Einstufung „kein Risiko“ bewertet – die beste Einstufung, die ein Chat in Bezug auf Sicherheit und Moderation erreichen kann. Zudem wurde ihm das 1. Eltern-Siegel des „Eltern ans Netz e.V.“ verliehen. Die Jury hat dabei insbesondere hervorgehoben, dass Kinder ohne Chat-Erfahrungen hier ganz besonders gut aufgehoben und zudem sehr gut betreut werden. Darüber hinaus wurde die Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderinterseiten „Seitenstark“ im Rahmen des „AOL Safer Media Awards“ mit dem „Klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“ gewürdigt, wobei der auf „Seitenstark“ eingebundene Kinderchat einen ausschlaggebenden Anteil an der Entscheidung hatte: „Durch einen moderierten und damit sicheren Chat für Kinder und Jugendliche wird das Angebot um einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt bereichert. Diese Art von betreutem Chatangebot ist einmalig“, so die Jury.

 

 

Wie funktioniert der Seitenstark-Chat? / Was sind die Aufgaben der ModeratorInnen im Seitenstark-Chat?

Beim Seitenstark-Chat handelt es sich um einen vollständig vorab-moderierten und pädagogisch betreuten Chat. Das Fundament dieses eigens entwickelten Moderationsprinzips des Seitenstark-Chats bilden zwei ModeratorInnen, die ständig im Chat präsent sind. Sie arbeiten stets in enger Absprache miteinander und ergänzen sich. ModeratorIn I, der/die so genannte „freigebende ModeratorIn“, gibt die einzelnen Beiträge der Kinder frei bzw. lehnt diese ab. Beiträge werden dabei erst dann freigeschaltet, wenn sie weder entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte, noch persönliche Angaben wie Adressen und Telefonnummern oder Beschimpfungen oder Beleidigungen enthalten. Dem/der freigebenden ModeratorIn steht weiterhin das Recht zu, Chat­terIn­nen bei mehrfachen Regelverstößen vom Chatgeschehen auszuschließen. Hierfür stehen ihm/ihr zwei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: (1) Kicken (Ausschließen des/der ChatterIn aus dem Chat. Sofortiges erneutes Einloggen mit gleichem Nickname ist möglich) und (2) IP-Bann (Ausschließen des/der Chatterin aus dem Chat / Sperrung der IP-Adresse für die entsprechende Chatsitzung).

ModeratorIn II, der/die „schreibende ModeratorIn“, beteiligt sich aktiv am Geschehen im Chat und verfolgt kontinuierlich den Chat-Verlauf. Die Besonderheit des Seitenstark-Chats ist dabei, dass ModeratorIn II den Kindern zusätzlich Auskunft darüber gibt, aus welchem Grund beispielsweise ein Beitrag nicht gesendet wurde ‒ etwa weil unerlaubterweise Kontaktdaten bekannt gegeben oder beleidigende Inhalte kommuniziert wurden. Erst durch diese Erklärung gegenüber den Kindern ist es möglich, ihnen ihr fehlerhaftes Verhalten auch zu verdeutlichen und ihnen somit langfristig die wichtigsten Regeln für den sicheren Weg durch das für sie faszinierende, aber auch komplexe Internet begreiflich zu machen. Insbesondere durch diese Aufklärung können und sollen die Kinder in einem sicheren virtuellen Raum den selbstständigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium Chat und der Kommunikation im Internet lernen. Durch das einzigartige Moderationsprinzip und dessen Umsetzung wird somit nicht nur eine technische, sondern vor allem eine pädagogische Betreuung der teilnehmenden Kinder gewährleistet und Medienkompetenz vermittelt.

Der Seitenstark-Chat wird in den Räumlichkeiten des Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK) unter wissenschaftlicher Begleitung der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung (Prof. Dr. Bernd Schorb, M.A. Stefanie Krauel) organisiert und moderiert. Die ca. 40 ModeratorInnen des Chats sind vor allem Studierende der Medienpädagogik an der Universität Leipzig. Diese werden für ihre Arbeit in regelmäßig stattfindenden Seminaren („Mode­ra­­torIn­nenausbildung“ über 1 Semester) medienpädagogisch ausgebildet.

Zudem werden im Rahmen des Projektes mit Unterstützung und Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auch ModeratorInnen für andere Anbieter von Kommunikationsmöglichkeiten für Kinder im Internet ausgebildet (z.B. für www.kidsville.de).

 

Welche Regeln müssen die Kinder im Seitenstark-Chat beachten?

Im Seitenstark-Chat gibt es für alle TeilnehmerInnen klar definierte Verhaltensregeln, die in der so genannten „Chatikette“ zusammengefasst und erläutert sind (siehe http://seitenstark.de/chat/pepes-chat-regeln bzw. können diese heruntergeladen werden unter http://seitenstark.de/chat/seitenstark-chat/seitenstark-downloads). Einige der Regeln wurden von Kindern medial aufbereitet, diese können sich ebenso auf der Internetseite unter der entsprechenden Regel angesehen werden. Die im Projekt selbst entwickelten Regeln wurden kindgerecht formuliert und sind jederzeit sowohl direkt im Chat als auch auf der Homepage einsehbar. Die Chatikette umfasst sieben zentrale Regeln und Erklärungen, welche nicht nur von den Kindern sondern auch von den ModeratorInnen stets eingehalten werden müssen. Neben der Chatikette bildet der Moderationsleitfaden die wichtigste Arbeitsgrundlage der ModeratorInnen. Hierbei handelt es sich um ein internes Dokument, welches die festgelegten Regeln der Moderation, vor allem hinsichtlich der Freigabe von Beiträgen, beinhaltet. Der Moderationsleitfaden wird fortwährend überarbeitet, ergänzt und erweitert, um aktuellen Entwicklungen (z.B. Umgang mit der Nennung von Apps, Messengern usw.) und neu auftretenden Problemen und Phänomenen im Internet begegnen zu können.

 

[1] SCHAU HIN! ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM

[2] jugendschutz.net: Chatten ohne Risiko? Zwischen fettem Grinsen und Cybersex. Broschüre, 2009. S. 25

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