Captchas & Alternativen

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Ein Captcha (aus dem Englischen: Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart) ist ein Test, mit dem festgestellt werden soll, ob es sich bei dem Nutzer/der Nutzerin um einen Computer oder einen Menschen handelt.

Captchas findet man in der Regel eingebunden in Internetformulare. Sie sollen verhindern, dass das Formular automatisiert von einem Computerprogramm (einem sogenannten "Spambot") mit einer Spam-Nachricht ausgefüllt werden kann. Der Inhalt des Formulars soll nur dann verschickt oder veröffentlicht werden, wenn der Test erfolgreich gelöst wurde, der Nutzer/die Nutzerin also ein Mensch ist. Der Captcha dient dazu, der Verbreitung von Spam in Foren und Kommentaren sowie per E-Mail Einhalt zu gebieten.

Auf Internetseiten, die eine Möglichkeit bieten Kommentare oder Beiträge einzusenden, können Captchas effektiv vor automatisierten und maschinell verbreiteten Spam-Nachrichten schützen und so die redaktionellen Tätigkeiten insbesondere für Kinderseitenmacherinnen und -macher erleichtern. Allerdings sind mit dem Einsatz dieser Captchas auch Nachteile verbunden: so sind die Aufgaben beispielsweise auch für Menschen nicht immer einfach zu lösen – was insbesondere für Kinder gilt. Zudem stellen sie eine zusätzliche Barriere dar, die insbesondere Kinder aber auch Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen davon abhalten könnte, sich zu beteiligen.

Es gibt daher einige Anbieter von alternativen Lösungen oder innovativen Captchas:

1. Spielerische Captchas

Private Anwender können beispielsweise kostenlos die Captchas in Form kleiner Spiele einbinden, die „AreYouAHuman“ anbietet: Anstatt verzerrte Buchstaben- und Zahlenkombinationen zu entziffern, müssen in diesen Captchas kleine spielerische Aufgaben gelöst werden. So muss man beispielsweise entweder Ahornsirup oder Turnschuhe auf die Pfannkuchen geben. Insbesondere ein solch spielerischer Ansatz empfiehlt sich eigentlich für Kinderseiten, allerdings gilt für diese Captchas ebenso wie für die "normalen" Aufgaben, dass sie nicht barrierefrei und somit für Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen schwer oder gar nicht lösbar sind.

2. Filter

Wer seinen Internetnutzerinnen und -nutzern keine Aufgaben stellen möchte, kann statt eines Captchas auch auf eine Filterlösung zurückgreifen: Ähnlich wie man es von Spam-Filtern bei Mailprogrammen kennt, werden die in den Formularfeldern eingetragenen Beiträge auf verdächtige Wörter oder Links analysiert und entsprechende Spam-Inhalte herausgefiltert. Für viele Content-Management-Systeme gibt es entsprechende Module, die solche Filter (beispielsweise Akismet, AntiSpamBee, Defensio oder Mollom) einbinden. Der Nachteil: Die eingesandten Beiträge werden in der Regel zur Analyse an den Anbieter des Filterprogramms übermittelt. Auf diese Weitergabe der Daten an Drittanbieter sollte in den Datenschutzbestimmungen der eigenen Internetseite unbedingt aufmerksam gemacht und die Verwendung der Daten erklärt werden.

3. Der Honigtopf

Programme, die automatisiert Spam-Nachrichten in Kommentarfelder eintragen sind in der Regel so gestaltet, dass sie alle bestehenden Felder des Formulars mit ihren überflüssigen Inhalten ausfüllen. Ergänzt man das Formular um ein Feld, das von den Nutzerinnen und Nutzern nicht ausgefüllt werden darf, so hat man eine klebrige Falle für die meisten Spam-Programme. Mit etwas Geschick lässt sich zudem die Anzeige des entsprechenden Formularfeldes im Browser verbergen, wodurch die Anwenderinnen und Anwender den Honigtopf nicht einmal bemerken. Je nach Gestaltung eines solchen Honigtopfes kann auch diese Form der Spam-Unterdrückung eine Hürde für Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen darstellen.

Weitere Ansätze

Darüber hinaus gibt es noch weitere Lösungsansätze, um Spameinträge in Internetformulare zu verhindern. So kann man beispielsweise die Zeit vom Seitenaufruf bis zum Absenden des Formulars messen. Spamprogramme benötigen dafür in der Regel nur Bruchteile von Sekunden, während „echte Menschen“ selbst für kurze Formulare deutlich mehr Zeit benötigen.
Zudem lassen sich durch individuelle Programmierungen beispielsweise Einträge automatisiert löschen, die Tags zur Verlinkung enthalten. "a href=" oder "http://www. " geben Kinder in der Regel selbst dann nur selten an, wenn sie in ihrem Beitrag auf eine andere Internetseite aufmerksam machen wollen. Spammer nutzen diese Tags hingegen oft, um ihre Zielseite korrekt dargestellt zu übermitteln.

Insbesondere für die Zielgruppe Kinder sollte man die Hürden bei der Beteiligung nicht unnötig erschweren. Schwer lösbare Captchas werden  Einfluss auf die Beteiligung der Kinder haben. Ob ein normales Captcha, ein Honigtopf oder vielleicht gar ein manuelles Herausfiltern von Spam-Einträgen die beste Lösung für die eigene Seite ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden.

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