Werbung im Rahmen

wir-machen-kinderseiten.de sprach mit Kristine Kretschmer, Koordinatorin von AdKids.

wir-machen-kinderseiten.de (wmk.de): Einfache Frage zum Beginn: Was ist AdKids?

Kristine Kretschmer: AdKids ist das Werbenetz der Kinderseiten – ein Projekt, mit dem wir versuchen, möglichst viele Kinderseiten zu erreichen, die kontrolliert Werbung schalten wollen, aber zu klein sind, um sich alleine zu vermarkten. Bei AdKids treten wir gemeinsam an und werden von unserem Vermarkter, Common Media, gemeinsam mit Kampagnen versorgt. Abgerechnet wird dann individuell: Je nach der Zahl der Zugriffe auf die eigene Seite gibt es Geld.

wmkDer AdKids-Rahmen; (c) Seitenstark e.V. .de: Was meinst du mit „kontrolliert Werbung schalten“?

Kristine Kretschmer: Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Kinder Online-Werbung sehr schlecht erkennen können. Oft halten sie sie für redaktionellen Content. Das wollen wir auf keinen Fall. Deshalb haben wir – mit einer Förderung des Bundesfamilienministeriums im Rücken – eine einheitliche Kennzeichnung entwickelt. Bei uns kommt die Werbung in einen Rahmen, der auf allen Seiten gleich aussieht, also leicht zu identifizieren ist. In diesem Rahmen können die Kinder Informationen abrufen, warum es Werbung überhaupt gibt und sie können die Werbung ganz einfach wegklicken. Außerdem steht in dem Rahmen unübersehbar WERBUNG. Das ist wichtig, weil Werbung oft mit ANZEIGE überschrieben ist. Damit können Kinder aber nichts anfangen: Anzeigen erstattet man bei der Polizei!

 

wmk.de: Und welche Art von Werbung schalten die AdKids-Seiten?

Kristine Kretschmer: Inhaltlich ist alles möglich, von Werbung für Schokolade über Spielzeug bis zur Bewerbung von Filmen. Jede Seite kann individuell festlegen, welche Produktgruppen gar nicht in Frage kommen. Chips machen sich ja vielleicht nicht so gut auf einer Kinderseite über Ernährung. Bei den Werbeformen beschränken wir uns auf die, die den Kindern jederzeit den freien Zugang zum Content ermöglichen. Also nichts, was sich über die Seite schiebt oder von unten hoch wächst und dann erst beendet werden muss. Damit bleiben dann die klassischen Werbeformate übrig: Banner, Skyscraper und ContentAd. Die sind leider deutlich auf dem Rückmarsch …

wmk.de: Wieso leider?

Kristine Kretschmer: Weil heute andere Werbeformen aktuell sind, die eben den Content verdecken. Entsprechend gibt es weniger Kampagnen, die die klassischen Werbeformate nutzen und deshalb weniger Einkünfte für die AdKids-Mitglieder.

wmk.de: Wer steht hinter AdKids?

Kristine Kretschmer: Träger von AdKids ist der vom Bundesfamilienministerium geförderte gemeinnützige Seitenstark e.V.. Der Verein hat 2015 im Auftrag des Minsteriums gemeinsam mit verschiedenen Kinderseitenanbietern das Werbenetz gegründet und den Adkids-Werberahmen und weitere Tools entwickelt.

wmScreenshot: Werbung auf sowieso.dek.de: Warum beschäftigt sich Seitenstark überhaupt mit Werbung?

Kristine Kretschmer: Weil viele Kinderseiten keine andere Finanzierung haben und sich deshalb für Werbung öffnen. Mit AdKids wird Werbung für Kinder erkennbar – und auch das ist ja ein Baustein auf dem Weg zur Medienkompetenz. Manche Seiten bauen sogar noch den AdKids-Schalter ein, mit dem man alle Werbung auf der Seite mit einem Klick verschwinden und wieder auftauchen lassen kann. Ein spielerischer Weg, Werbung zu erkennen!

wmk.de: Kann man denn mit Werbung überhaupt eine Kinderseite finanzieren?

Kristine Kretschmer: Kaum. Dann müsste man schon sehr viele Werbeplätze haben, die ständig alle belegt sind. Aber man kann eine Seite zum Teil über die Werbung finanzieren. Und wenn ich vor der Wahl stehe, nichts zu haben oder ein bisschen was, wähle ich ein bisschen was.

wmk.de: Wer kann denn bei AdKids mitmachen?

Kristine Kretschmer: Wir sind offen für alle Kinder- und Familienseiten, die es mit Werbung probieren wollen, egal, wie groß oder klein sie sind. Man muss Banner, Skyscraper und ContentAd einbinden können und die Rahmen auf seinem Server einbauen. Das ist nicht besonders schwierig und wir können bei technischen Problemen auch helfen. Wer nicht Mitglied im Netzwerk werden möchte, kann die AdKids-Rahmen übrigens trotzdem nutzen. Sie stehen nämlich in freier Lizenz allen Seiten zur Verfügung, die mit uns daran arbeiten möchten, dass Kinder werbekompetenter werden.

 

Weitere Informationen zum Werbenetz und dem AdKids Rahmen gibt´s auf adkids.de.

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